Türen in Rahmen und Füllung Konstruktion

Die Rahmen und Füllung Konstruktion ist eine sehr alte Technik dem arbeiten und werfen von Holz her zu werden. Nach Überlieferungen haben bereits die alten Ägypter die Vorteile der Konstruktion zu schätzen gewusst. Noch heute ist die Rahmen und Füllung Konstruktion eine der effektivsten Techniken große Massivholzflächen plan zu halten. In diesem Beitrag zeige ich den Aufbau von Rahmen und Füllung an dem Beispiel zweier Türen für meinen Hobelschrank

Inhaltsverzeichnis:

Grundlagen der Rahmen und Füllung Konstruktion

Der Rahmen besteht aus den beiden seitlichen Friesen so wie dem oberen und unteren Querfries. Er sollte möglichst aus Holz mit stehenden Jahrringen gefertigt werden da dieses wenig zum verziehen neigt. In dem Rahmen liegt die so genannte Füllung. Im Kontrast zu der schlichten Maserung der Rahmenhölzer bietet sich bei der Füllung die Verwendung von gefladerten Seitenbrettern an. 

Der Rahmen hält die Füllung gerade. Muss ihr aber insbesondere seitlich genug Freiraum zum Arbeiten lassen. Für die Verbindung zwischen rahmen und Füllung gibt es mehrere Möglichkeiten. Die Füllung kann in einer umlaufenden Nut gehalten werden. Es versteh sich von selbst, dass die Füllung in diesem Fall vor dem verleimen eingesetzt werden muss. Eine weitere Möglichkeit besteht darin dem Rahmen einen Falz zu versehen und die Füllung mit leisten in diesem zu befestigen. Dies ist insbesondere dann anzuwenden wen die Füllung nachträglich gewechselt werden soll. Füllungen aus Glas können brechen. Um sie dann wechseln zu können ist darauf zu achten, dass die Füllungsleisten leicht entfernt werden können. Des weiteren ist es möglich die Füllung von beiden Seiten mit Leisten zu halten. 

Die Rahmen und Füllung Konstruktion ist neben der guten Form Stabilität auch keinen wesentlichen Größenschwankungen durch schwinden und quellen ausgesetzt. 

Auf der Skizze ist eine klassische Rahmen und Füllung Konstruktion zu sehen. Die Eckverbindung ist in Schlitz und Zapfen ausgeführt. Andere Verbindungen beispielsweise auf Gehrung sind selbstverständlich auch machbar. 

Zeichnung Rahmen und Füllung Konstruktion

Meine beiden Türen haben ein sehr längliches Seitenverhältnis. Um die Optik aufzulockern habe ich mich entschieden zusätzlich einen mittleren Querfries einzusetzen. Jede Tür besteht somit aus je zwei Füllungen. Besonders bei Großen Flächen, wie sie beispielsweise bei Rückwenden vorkommen, werden mehrere Füllungen in einem Rahmen zusammengesetzt.

Die zweite Skizze zeigt die Einteilung der beiden Türen. 

Zeichnung Rahmen und Füllung Türen mit Mittelfries

Material auswählen und vorbereiten

Für den Bau der beiden Türen standen mir die Seiten zweier alter Betten zu Verfügung. So gesehen eigentlich ein Recycling Projekt. 

Seitenteile eines alten Betts

Die Seitenteile hatten sogenannte Hirnleisten. Hartholzleisten aus Längsholz die stirnseitig in einer Nut eingelassen sind. Dies stellt neben der Rahmen und Füllung Konstruktion eine weitere Option dar Brett Flächen gerade zu halten. Im Falle des Bettes sorgen sie in erster Linie dafür den stirnseitigen Schrauben ausreichend halt zu geben. 

Hirnleiste mit Schrauben

Für die Friese hatte ich idealerweise Holz mit stehenden Jahrringen. 

Holz mit stehenden Jahrringen

Ich habe mich entschieden die Füllungen in eine Nut einzulegen. Die Breite der Nut entspricht einem Drittel der Materialstärke. In meinem Fall sind dass, bei einer Materialstärke von 24mm, 8mm. Tief ist die Nut zirka 15mm. 

Zeichnung der Nut mit Bemaßung

Bevor ich das Holz auf Fertigmaß zugeschnitten habe hobelte ich es mit dem Putzhobel. So konnte ich eventuelle Farbunterschiede ausgleichen. Die Nuten habe ich mit der Kreissäge in mehreren Schritten gesägt. Während die äußeren Rahmenteile nur innen eine Nut haben, haben die Mittelfriese beidseitig eine Nut. 

Hölzer für den Rahmen mit Nut

Eckverbindungen der Rahmen

Nachdem alle Rahmenteile fertig hergerichtet waren habe ich diese der späteren Position entsprechend zusammengelegt. Anschließend habe ich mit dem Schreinerdreieck die Positionen der Friese eindeutig markiert. 

Friese zusammengelegt zum markieren mit dem Schreinerdreieck

Bei den Eckverbindungen ist meine Entscheidung auf die Altbewährte Technik, Schlitz und Zapfen gefallen. Üblicher weise werden die Zapfen an den Querfriesen platziert. Die Seitlichen Friese mit den Schlitzen sind in der Ansicht durchgehend. 

Die Zwei unten stehenden Zeichnungen verdeutlichen die Schlitz und Zapfen Verbindung. Der Zapfen ist wie auch die Nut 8mm Stark. Während bei der ersten Zeichnung der Zapfen zu erkennen ist sind bei der zweiten die Teile schon zusammengefügt. 

Zeichnung einer schlitz und zapfen Verbindung
Zeichnung der Schlitz und Zapfen Verbindung zusammengesteckt

Bevor ich die Rahmen gebaut habe fertigte ich ein kleines Muster an. Wichtig ist zu beachten, dass der Zapfen schmäler als die Friese ist. Dies kommt durch die Umlaufende Nut zustande. 

Probestück Schlitz und Zapfen

Angerissen habe ich mit einem Streichmaß. Anschließend konnte ich die Risse mit einem Bleistift hervorheben. Hilfreich ist es jeweils den zu entfernenden Teil entsprechend zu kennzeichnen. 

Der Schlitz angerissen an einem Seitenfries

Die Schlitze habe ich alle mit einer Japansäge eingeschnitten. 

Der Schlitz seitlich ausgesägt

Anschließend war stemmen angesagt. Um ausrisse zu vermeiden habe ich von beiden Seiten das Material herausgestemmt. 

Herausstemmen des Schlitzes

Die Zapfen habe ich so wohl mit der Japansäge als auch mit der Kreissäge geschnitten. Nachdem das meiste Material entfernt war brachte ich den Zapfen mit dem Grundhobel auf sein endgültiges Maß. 

Anpassen der Zapfen mit dem Grundhobel

Die mittleren Querfriese werden mit eingestemmten Zapfen in dem Rahmen gehalten. Zur Verdeutlichung auch hierfür eine Skizze: 

Zeichnung des Eingestemmtem Zapfen für die Mittelfriese

Bevor ich mit den Teilen für die Türen begonnen habe baute ich auch für diese Verbindung ein Probestück. 

Model des gestemmtem Zapfen

Nachdem auf dem ersten Bild der Zapfen und das dementsprechend ausgestemmte Loch zu sehen sind zeigt das zweite die zusammengesetzte Verbindung. 

Eckverbindung der Mittelfriese

Da die Herstellung des Zapfens gleich wie zuvor beschrieben ist werde ich hier nicht näher darauf eingehen. Die den Zapfen aufnehmende Öffnung kann nicht gesägt, sondern muss gestemmt werden. Bevor ich mit dem stemmen begonnen habe griff ich zu einem Multitool. Mit dem oszillierenden Sägeblatt konnte ich in der Nut ansetzen und musste nur noch gerade nach unten stechen. Nachdem dies erledigt war konnte ich an den schmalen Seiten das Material herausstemmen.

Loch für den Zapfen mit einer Oszillierenden Säge ausschneiden

Die Füllungen herstellen

Sobald der Rahmen fertig war konnte ich mit der Füllung weiter arbeiten. Das nächste Bild zeigt den trocken zusammengesetzten Rahmen. Im Hintergrund sind bereits die für die Füllung vorbereiteten Hölzer zu erkennen. 

Der Rahmen Trocken zusammengesteckt

Weil ich kein Holz in ausreichender breite hatte musste ich zunächst Leimholz herstellen. 

Verleimen der Füllungen

Es gibt viele Möglichkeiten die Füllung ringsum an die breite der Nut anzupassen. Definitiv die einfachste Variante ist es die Füllung in der entsprechenden Dicke auszuführen. Oft ist die Füllung jedoch dicker. Hierfür gibt es verschieden geformte Ausfräsungen um die Füllung zum Rand hin dünner zulaufen zu lassen. Sogenannte Abplattungen. 

Bei diesen einfachen Türen habe ich mich entschieden die Füllungen doppelt so Stark wie die Nut zu machen. Die 16mm Dicke Füllung hat rückseitig einen 8mm tiefen Falz bekommen. Die übriggebliebenen 8mm passen perfekt in die Nut. 

Zeichnung der Füllung in dem Rahmen

Bevor ich den Falz anbringen konnte musste ich zunächst die Füllungen auf die passende Dicke hobeln. Ausgehend von rund 24mm waren rund 8mm zu entfernen. Mit dem Schrupphobel konnte ich das überschüssige Material schnell abtragen. 

Die Füllung mit dem Schrupphobel dünner hobeln

Den Falz habe ich mit der Oberfräse ringsum gefräst. Da die Füllung nicht locker in der Nut sitzen soll habe ich etwas mehr Material stehen gelassen. Anschließend habe ich den Falz mit dem Simshobelauf auf die Nut angepasst. 

Simshobel zum anpassen des Falzes

Verleimen der Rahmen

Die Füllung muss bereits bei der Verleimung des Rahmens eingesetzt sein. Danach lässt sie sich nicht mehr herausnehmen. Ist eine Oberflächenbehandlung vorgesehen hat diese bei der Füllung vorab zu erfolgen. Durch das schwinden könnten Stellen zum Vorschein treten die bei einer Oberflächenbehandlung die im eingebautem Zustand erfolgt ist nicht erreicht wurden.  

Zunächst habe ich den Rahmen so weit verleimt, dass er nur noch zu einer Seite hin offen war. 

Alle Teile zum verleimen bereit gelegt

Anschließend konnte ich die Füllungen in den Rahmen einschieben.  

Einsetzten der Füllungen

Abschließend habe ich den fehlenden Seitenfries mit dem Rahmen verleimt. Es versteht sich von selbst, dass die Füllung aus Massivholz nicht mit dem Rahmen verleimt werden darf. 

Den letzten Seitenfries aufsetzen

Montage der Bänder

Zur Montage der Türen an meine Hobelschrank verwendete ich Lappenbänder. Da diese Seitenspezifisch sind brauchte ich sowohl zwei Linke- als auch zwei Rechtebänder. Leider wurde jedes Band in einer separaten Plastiktüte geliefert. So viel zum Thema Nachhaltigkeit. 

Lappenbänder in Plastiktüten

Nachdem ich die Aussparungen für die Lappenbänder mit dem Stemmeisen vorgestochen hatte konnte ich das dazwischenliegende Material mit dem Grundhobel entfernen.  

Grundhobel für Aussparungen der Lappenbänder

Das nächste Bild zeigt die montierten Türen in Rahmen und Füllung Konstruktion. 

Die beiden Türen montiert und geschlossen

Bei geöffneten Türen sind noch weitere Beschläge zu sehen. Den rechten Flügel habe ich mit einem Aufschraubschloss versehen. An dem linken Flügel habe ich oben zur Verrieglung einen Riegel angebracht. Zusätzlich habe ich eine innenliegende Schlagleiste verbaut. 

Geöffnete Türen – mit innenliegender Schlagleiste Riegel und Aufschraubschloss